Stand: 09.06.2020

Prinzipielle Voraussetzungen für die Wiederaufnahme von Veranstaltungen

Jugendarbeit lebt von Beziehungsarbeit und persönlichen Kontakten. Um in Zeiten der Corona-Pandemie den Schutz der Kinder und Jugendlichen bei Präsenzangeboten sicherzustellen braucht es klare Rahmenbedingungen und entsprechende Gesundheitsschutz- und Hygienekonzepte. Daher ist die zwingende Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Veranstaltungen die Erstellung eines entsprechenden Gesundheitsschutz- und Hygienekonzeptes.
Diese Empfehlungen geben eine Orientierung, welche Inhalte in Gesundheitsschutz- und Hygienekonzepten für die Aktivitäten der Jugendarbeit notwendig sind. Sie orientieren sich an den aktuellen Empfehlungen des Bayerischen Jugendrings und der 5. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (5. BaylfSMV vom 29. Mai 2020).

1. Veranstaltungen ohne Verpflegung und Übernachtung

Vor der Durchführung müssen folgende Punkte geklärt und beachtet werden:

  1. Erstellung eines individuellen Hygiene- und Schutzkonzepts für jede Veranstaltung durch den Träger bzw. Veranstalter, das auf den konkreten Ort und das jeweilige Programm abgestimmt ist. Auf Verlangen ist es der zuständigen Behörde (Kreisverwaltung, Ordnungsamt) vorzulegen.

  2. Information der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden über das individuelle Gesundheitsschutz- und Hygienekonzept, Hinweis auf die Vorbildfunktion, Verpflichtung zur Kontrolle der Einhaltung der Maßnahmen. Sinnvoll ist auch die Ernennung eines/mehrerer Hygienebeauftragten.

  3. Information der Teilnehmenden (bei Minderjährigen auch deren Sorgeberechtigten) über die Hygiene- und Schutzmaßnahmen und die Verpflichtung zur Einhaltung. Hinweis, dass Teilnehmende bei Nichteinhaltung von der Veranstaltung ausgeschlossen werden müssen. Dies sollte bereits im Vorfeld (bei Ausschreibung oder nach Anmeldung) geschehen. Auch zu Beginn und während der Veranstaltung auf die Maßnahmen hinweisen (durch mündliche Einweisung, ggf. auch einfach verständliche Aushänge/Schilder ...) und für Einhaltung der Bestimmungen sorgen.

  4. Mitarbeitende oder Teilnehmende mit Erkältungssymptomen oder Fieber: Hinweis vorab, dass Personen mit Erkältungssymptomen oder Fieber nicht teilnehmen können, bei Anzeichen entsprechender Symptome vor Ort Betroffene sofort nach Hause schicken.

  5. Anwesenheitslisten führen bei jeder Veranstaltung mit Datum und Ort der Veranstaltung, Vor- und Nachname, Wohnort, Telefonnummer aller anwesenden Personen. Die Personen über die Gründe der Datenerhebung informieren und die Listen vor unrechtmäßiger Einsicht, Verarbeitung, Veränderung oder Verlust schützen. Die Datenerhebung ist gemäß DSGVO (Art. 6 Abs. 1, Buchstabe f) auch ohne Einwilligung der betreffenden Person zulässig. Die Anwesenheitsliste mindestens 4 Wochen verschlossen aufbewahren und auf Verlangen dem zuständigen Gesundheitsamt zur Verfügung stellen. Nach spätestens 6 Wochen die Liste löschen bzw. vernichten.

  6. Teilnehmerzahl begrenzen laut aktuellen gesetzlichen Vorgaben und entsprechend der örtlichen Gegebenheiten. Die Teilnehmerzahl sollte zudem in einem sinnvollen Verhältnis zur Anzahl der Leitungspersonen stehen, die für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln Sorge tragen.

  7. Bei regelmäßigen Gruppentreffen darauf achten, dass die Teilnehmenden einer festen Gruppe zugeordnet bleiben, die von gleichbleibenden Leitungspersonen betreut wird.

  8. Örtlichkeit und Gruppengröße: Gruppenstunden und Veranstaltungen möglichst im Freien abhalten oder in Räumen, wo der Mindestabstand mit der maximalen Teilnehmerzahl eingehalten werden kann. In jedem Fall Gruppengröße an die Größe des Raumes anpassen und höchstzulässige Zahl der Teilnehmenden festlegen und kontrollieren (Richtwert: mind. 4 m²/Person bei festem Verweilen an einem Platz, bei Bewegungsaktivitäten mind. 10 m²/Person).

  9. Oberstes Gebot ist Abstand halten: Während aller Aktivitäten vor, während und nach der Veranstaltung den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmenden unbedingt ermöglichen und einhalten. Keine Gruppenbildung vor während und nach der Veranstaltung.

  10. Verzicht auf Körperkontakt und körperliche Nähe: Veranstaltungen, Methoden und Spiele, die Körperkontakt erfordern, sind untersagt. Auf Methoden/Spiele mit körperlicher Nähe verzichten.

  11. Maskenpflicht: Verpflichtung, eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung zu verwenden, bei Ankunft und Verlassen der Veranstaltung, bei Bewegung innerhalb des Veranstaltungsortes und wenn der Mindestabstand in zwingend notwendigen Ausnahmesituationen nicht eingehalten werden kann. Teilnehmende vorab darauf hinweisen, dass persönliche Masken auf jeden Fall mitzuführen sind.

  12. Frischluftzufuhr: In geschlossenen Räumen häufig lüften. D.h. mind. 10 Minuten je volle Stunde, wenn möglich dauerhaften Luftaustausch ermöglichen.

  13. Husten- und Nies-Etikette (in die Armbeuge) sowie sorgfältige und regelmäßige Handhygiene: Klärung der jeweiligen Möglichkeiten am Veranstaltungsort, ggf. die notwendigen Bedingungen organisieren (Seifenspender, Einmalhandtücher, ggf. Spender für Desinfektionsmittel)

  14. Sanitäranlagen einzeln benutzen: Die Teilnehmenden darauf hinweisen, dass sie die Sanitäranlagen am Veranstaltungsort nur einzeln und mit Mund-Nasen-Schutz aufsuchen. Nach der Veranstaltung Sanitäranlagen reinigen und desinfizieren (lassen).

  15. Unzulässigkeit von Gruppen- bzw. Partnerarbeiten (z.B. Arbeit an einem gemeinsamen Plakat o.ä.)

  16. Materialien/Gegenstände nicht von mehreren Personen benutzen/berühren lassen. Ist dies nicht möglich, die jeweiligen Materialien vor jedem Benutzerwechsel gründlich reinigen/desinfizieren.

  17. Spielangebote wie Tischtennis, Billard etc. können nur unter Einhaltung des Mindestabstandes und mit regelmäßiger Reinigung genutzt werden. Keine Benutzung von Tischkickern aufgrund des fehlenden Mindestabstandes. Bei sportlichen Angeboten aktuelle behördliche Auflagen beachten.

  18. Verzicht auf gemeinsames Singen in Innenräumen, da dies die Infektionswahrscheinlichkeit deutlich erhöht. Auch im Freien nur mit großen Abständen singen.

  19. Verpflegung: Verzicht auf gemeinsames Zubereiten oder Teilen von Speisen und Getränken.

  20. An-/Abreise zum Veranstaltungsort: Möglichst auf weit entfernte, d.h. mit langen Anreisen verbundene, Veranstaltungsorte verzichten. Aktuell sind Gruppenreisen sowie gemeinsame An- und Abreisen im Gruppenbezug zum Veranstaltungsort noch untersagt.

  21. Verzicht auf Fahrgemeinschaften: Bei Privatanreise die aktuell gültigen Kontaktbeschränkungen beachten. Dies bedeutet, aktuell auf die Mitnahme von nicht zum gleichen Hausstand gehörenden Personen zu verzichten, da im Kfz der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Sollte es in besonderen Ausnahmefällen dringend notwendig sein, können Personen aus einem weiteren Hausstand mitgenommen werden. Dabei ist auf jeden Fall eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

  22. Sorgsame Abwägung, ob eine sichere Durchführung der Veranstaltung unter Einhaltung der vorgegebenen Gesundheitsschutz- und Hygienestandards von den haupt- und ehrenamtlichen Kräften gewährleistet werden kann. Im Zweifelsfall mit der jeweiligen Leitung Rücksprache nehmen und lieber kleiner und kürzer planen, auf eine Präsenzveranstaltung verzichten und/oder digitale Möglichkeiten weiterhin nutzen.

2. Veranstaltungen mit Verpflegung und Übernachtung

  1. Bei der Planung von Veranstaltungen mit Übernachtung und/oder Verpflegung muss der Veranstalter der Maßnahme in jedem Fall individuell für jede Maßnahme sorgsam abwägen, ob eine sichere Durchführung der Veranstaltung von den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden gewährleistet werden kann. Im Zweifelsfall lieber auf Verpflegung und Übernachtung verzichten und eine kürzere Veranstaltung planen, bei der die Teilnehmenden ihre Verpflegung selber mitbringen.

  2. Die unter Punkt 1 dargestellten Maßnahmen gelten entsprechend.

  3. Zudem muss sich der Veranstalter der Maßnahme im Vorfeld beim Träger des Übernachtungshauses nach dessen Schutz-/Hygienekonzept erkundigen und entsprechende Hinweise für Mitarbeitende, Teilnehmende und Sorgeberechtigte und in sein Hygiene- und Schutzkonzept aufnehmen.

  4. In jedem Fall müssen bei Veranstaltungen mit Verpflegung das Hygienekonzept der Gastronomie, bei Veranstaltungen mit Übernachtung das Hygienekonzept Beherbergung beachtet und umgesetzt werden.

3. Zeltlager und Freizeitmaßnahmen

Zeltlager sind im Hinblick auf die aktuell geltenden Einschränkungen und Vorgaben nicht zu realisieren, da hierbei die notwendigen Hygienestandards äußerst schwierig umzusetzen wären. Die Unterbringung in Zelten bei gleichzeitiger Wahrungspflicht des Mindestabstands, die örtlichen sanitären Möglichkeiten, der hohe Aufwand für die Sicherstellung der Hygiene- und Sicherheitsstandards würden immense Herausforderungen bei der Planung und Durchführung darstellen. Daher muss unter den derzeit geltenden Rahmenbedingungen leider auf Zeltlager verzichtet werden, auch wenn dies ein schmerzhafter Einschnitt in eine elementare Erfahrung für Kinder und Jugendliche ist.
Aus diesem Grund wurden von Seiten des Bischöflichen Jugendamtes Eichstätt alle Hüttenlager bis zum Ende der Sommerferien 2020 abgesagt.
Um den Kindern und Jugendlichen insbesondere in den Ferien dennoch Erlebnisse im Rahmen der Jugendarbeit zu ermöglichen, wird empfohlen, alternative Angebote zu entwickeln, bei denen die Hygienestandards gut eingehalten werden können, wie z.B. Aktionen an einzelnen Tagen ohne Übernachtung und ohne weite Anreise. Da zum aktuellen Datum noch nicht ganz klar ist, was in den Sommerferien von Seiten der zuständigen staatlichen bzw. kommunalen Behörden tatsächlich möglich ist und es dafür ggf. Ausnahmegenehmigungen bedarf, ist auch vor der Planung von alternativen Ferienmaßnahmen in jedem Fall Rücksprache mit den örtlichen Behörden (Ordnungsamt, Gesundheitsamt) zu nehmen.

4. (Jugend-)Gottesdienste

Für Gottesdienste im Bereich der kirchlichen Jugendarbeit gelten die Vorgaben des 5. BaylfSMV vom 29. Mai 2020 sowie das Schutzkonzept für Gottesdienste im Bistum Eichstätt vom 29. April 2020.

5. Teambesprechungen und Planungssitzungen zur Vorbereitung von Maßnahmen

Teambesprechungen und Planungssitzungen zur Vorbereitung von zulässigen Maßnahmen sind möglich. Prinzipiell ist immer zu überprüfen, ob die Treffen auch digital durchgeführt werden können, insbesondere bei Teilnehmenden aus größeren Einzugsgebieten. Bei notwendiger Durchführung in Präsenzform gelten die unter Punkt 3 dargestellten Hygiene- und Schutzmaßnahmen entsprechend.

Die oben angeführten Informationen sind Ausschnitte aus dem "Rahmenkonzept für Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Eichstätt in Zeiten der Corona-Pandemie"
vom 09. Juni 2020.

Hier gibt es das Konzept im Wortlaut zum Download:

Hinweise und Unterstützungsmaterial des
BDKJ Ingolstadt

Datenerhebung der Teilnehmenden

Um die Nachverfolgbarkeit etwaiger Ansteckungen zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die nötigen entsprechenden Maßnahmen zu treffen. Diese können dem Üblichen eines Offenen Betriebs unter Normalbedingungen entgegenstehen, sind aber unter den gegebenen Pandemiebedingungen wesentlich, um der Pandemie wirkungsvoll entgegentreten zu können.
Erstellung einer Anwesenheitsliste mit Vor- und Familienname, vollständiger Anschrift sowie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sowie Zeitraum des Aufenthalts; dabei ist auf die Bedingungen des Datenschutzes zu achten. Die Datenerhebung

und -verarbeitung ist gem. Art. 6 Abs. 1 lit f DSGVO auch ohne eine Einwilligung der betreffenden Person zulässig. Über die Datenerhebung sind die Besucher_innen (auch zur Weitergabe an die Personensorgeberechtigten) in geeigneter Form (z.B. Flyer) zu informieren.

Eine individualisierbarer Infobrief an die Teilnehmenden und deren Erziehungsberechtigte bezüglich der Datenerfassung steht unten zum Download zur Verfügung.

 

Downloads

Hinweisplakate der Stadt Ingolstadt zum selbst ausdrucken:

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Für Fragen zu den allgemeinen Verordnungen und Regelungen

Marco Böhm

0841-99354322

mboehm(at)bistum-eichstaett.de

Für Fragen zu den Vorlagen und Formularen

Stefan Eberl

stefan(at)bdkj-ingolstadt.de

Rahmenkonzept für Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Eichstätt

in Zeiten der Corona-Pandemie

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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